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Nähmaschinen auf Reisen

Nähmaschinen auf Reisen

Nähmaschinen auf Reisen

Am Anfang war die Dürkopp. Ein Erbstück. Dann kam die Edelweiß seiner Schwiegermutter dazu. Der Anfang für Wilfried Wadepuhls Nähmaschinensammlung war gemacht. Seine Liebe zu den Nähmaschinen entdeckte er nach der Wende, als er 1998 bei einer Sicherheitsfirma als Fahrer anfing. Überall suchte Wilfried Wadepuhl nach Nähmaschinen, die erste fand er auf dem Sperrmüll. Schnell stieg die Zahl auf 40 Stück an.

Wilfried und Hedwig Wadepuhl bauen ihren Schuppen und richten dort ihr Nähmaschinenmuseum ein. Im Mai 2006 wird es offiziell eröffnet. Heute sind es gut 250 Stück, die älteste stammt aus dem Jahr 1831. Ein Fernsehbericht und Zeitungsartikel bringen dem Kleinod erste Berühmtheit. Die Krönung dieses Lebenswerkes folgt 2013. Für seinen Kinofilm „The Cut“ hatte Regisseur Fatih Akin ganz Deutschland nach passenden, amerikanischen Maschinen abgesucht, bis er schließlich bei dem Mildenberger Ehepaar fündig wird. 40 Maschinen der US-Firma Singer sind in seinem Film zu sehen.

Auch nach Wilfried Wadepuhls Tod 2014 wächst der Bestand weiter. Bekannte und weniger bekannte Namen gehören zur Sammlung wie Pfaff, Phoenix, Saalfeld, Köhler und Singer. Nun sind 35 Maschinen in Zehdenick zu sehen. Im ehemaligen Konsum in der Berliner Straße sind sie bis Ende September ausgestellt. Stadt und REGiO Nord haben die Schau ermöglicht, die zehn Jahre nach der Eröffnung des Museums und zwei Jahre nach dem Tod Wilfried Wadepuhls, einen außergewöhnlichen Menschen würdigt und so einer breiten Öffentlichkeit seine Sammelleidenschaft zugänglich macht. Eine Schautafel erklärt, wie es zur Sammlung kam und ob die Nähmaschine heute überhaupt noch eine Rolle spielt.